Fahrradtypenkunde für Alltagsradler

Die Typenbezeichnungen verändern sich stetig, und sowohl die Zuordnungen als auch die Bezeichnungen von Rädern bei den Herstellern variieren - die Übergänge sind fließend.
Eine Zusammenstellung ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber vielleicht eine kleine Orientierungshilfe.

Cityrad

Das Cityfahrrad ist für den alltäglichen Gebrauch in der Stadt ausgelegt. Man sitzt aufrecht und hat so einen besseren Überblick im Straßenverkehr. Ausgerüstet meist mit Federung für die schlechten Radwege und Bordsteinkanten im Stadtbereich.

Typische Kennzeichen:
Aufrechte Sitzweise
gefederte Sattelstütze
Federgabel
Robuste Ausrüstung
Ausstattung StVZO-tauglich
Ketten- oder Nabenschaltung
Reifen mittlerer Breite (typisch: 40 - 47 mm)

Hollandrad

Auch das Hollandrad ist für den alltäglichen Gebrauch in der Stadt bestimmt. Verschleiss- und wartungsarm.

Typische Kennzeichen:
Breiter "Holland"lenker
Aufrechte Sitzweise
Breiter Sattel
Oft mit Korb vorne oder hinten
Oft mit geschlossenem Kettenkasten
Robuste Bauart
Ausstattung StVZO-tauglich
Nabenschaltung - oder auch ohne Schaltung
Reifen mittlerer Breite (typisch: 37 - 40 mm)

Trekkingrad / Tourenrad / Reiserad

Das Trekkingrad ist nicht nur für den alltäglichen Einsatz auf dem glatter Straße ausgelegt, sondern auch für Touren auf nicht zu tiefgründigen Wegen im Gelände, mit einer Schaltung und einer Bremsanlage, die auch Fahren über Hügel und Berge erlaubt. Die Ausrüstung spricht meist Fahrer an, die mit dem Rad auch auf kürzere oder längere Reise gehen wollen. Fahrradtyp mit den meisten Varianten in der Ausrüstung. Die Ausrüstung kann bei vielen Anbietern in der gehobenen Preisklasse selbst frei gestaltet werden.

Typische Kennzeichen:
Leicht gebeugte Sitzweise
teilw. gefederte Sattelstütze
teilw. Federgabel
Robuste Ausrüstung
Stabile Gepäckträger, teilweise auch vorne
Ausstattung StVZO-tauglich
Ketten- oder Nabenschaltung mit vielen Gängen
Reifen aller gängigen Breiten ...

MTB Mountainbike

Das Mountainbike ist ausgelegt für Fahrten im Gelände, ein typisches Sportgerät.
Für Alltagsradler weniger geeignet.
Es gibt vollgefederte und nur frontgefederte Varianten.

Typische Kennzeichen:
Gerader, breiter MTB-Lenker
Leicht gebeugte Sitzweise
Vollfederung oder Frontfederung (Federgabel)
Robuster Rahmen
Ausstattung nicht StVZO-tauglich
Kettenschaltung
Breite Stollen-Reifen

Rennrad

Das Rennrad ist als Sportgerät für den Einsatz auf Straßen konzipiert und besitzt keine StVZO Ausstattung.
-> Für den Alltagsradler nicht geeignet.
Die Ausstattung ist minimalistisch: auf funktionale (und teilweise für ein Alltagsrad vorgeschriebene!) Anbauteile wie Beleuchtung, Klingel,  Schutzbleche, Gepäckträger etc. wird zugunsten des Gewichts verzichtet. Der Rahmen eines Rennrades besteht meist aus Leichtmetall (Aluminium), in der Profi-Klasse aus Carbon oder Titan.

Typische Kennzeichen:
Rennlenker
Gebückte Haltung des Fahrers (Aerodynamik)
Schmale Reifen

Klapprad / Faltrad

Klapp- und Falträder sind zusammenfalt- bzw. -klappbar. Damit ist auch ihr Hauptvorteil beschrieben: sie können leicht transportiert werden Sie können im Zug mitgenommen werden (benötigen kein Ticket), sind somit ideal für Pendler. Und ebenso passen sie zusammengeklappt leicht in einen Kofferraum.

Elektrorad / Pedelec

Eigentlich kein eigener Fahrradtyp, denn im Prinzip ist (fast) jeder Fahrradtyp auch mit elektrischer Tretunterstützung erhältlich. Elektrische Unterstützung der Tretkraft bis 25 km/h, gilt verkehrsrechtlich als Fahrrad.

Elektrorad / E-Bike / S-Pedelec

Ein schnelles Elektrofahrrad, typisch bis 45 km/h.
Verkehrsrechtlich ein Kleinkraftrad.
Benötigt ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis. Darf nur mit (mindestens) Mofa-Prüfbescheinigung gefahren werden, also auch Mindestalter 15 Jahre vorgegeben.

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